Heidschnuckenweg Lüneburger Heide

Start durch die Fischbecker Heide

Für meine erste mehrtägige Wanderung mit Akki und Shima habe ich mir den Heidschnuckenweg ausgesucht. Der Heidschnucken Weg führt über insgesamt 14 Etappen von Neugraben-Fischbeck bis nach Celle durch die Lüneburger Heide und gilt als einer der schönsten Wanderwege im Norden. Die Strecke ist insgesamt 223 km lang, ich bin davon in 5 Etappen ca. 120 km gewandert, von Fischbeck bis nach Soltau.
Am 30.04. bei bedecktem Wetter starten wir nach einem ausgiebigen Frühstück bei meiner Tochter in Neugraben. Zunächst geht es durch die Fischbecker Heide. Es ist unglaublich, dass so nahe an der Stadt ein wunderschönes Wandergebiet beginnt. Leicht hügelig mit Wald und Heidelandschaft und schönen Wegen.

Leckeres Landbier als Belohnung

Der Heidschnuckenweg ist sehr gut mit Unterkünften erschlossen, so dass man die Etappen flexibel planen kann. Was fehlt sind für Wanderer ausreichend Campingplätze, nach Fischbeck wäre der erste in Holm-Seppensen und das war mir für unsere erste Wanderung zu weit. Unser Ziel ist nach ca. 20 km in Dibbersen Frommanns Landhotel und Privatbrauerei. Nach der eher offenen Heidelandschaft im ersten Teil führt ein Großteil des Weges durch Wald. Vor Dibbersen dann durch Felder mit der Geräuschkulisse der kreuzenden Autobahnen. Es ist mein Geburtstag und so ist der Abend im Hotel sehr nett, weil eine Freundin mich besucht und wir lecker essen. Am besten ist das selbst gebraute Bier der hoteleigenen Brauerei, dafür lohnt sich auf jeden Fall der Besuch in Dibbersen. Die Hunde sind müde von der Wanderung und schlafen ruhig im Hotel Zimmer, während wir den Abend genießen.

Es regnet und das den ganzen Tag

Der zweite Tag hat es wirklich in sich. Wir wachen auf und es regnet in strömen. Hm, ich denke das wird schon aufhören und werfe mich in die Regenklamotten. Von wegen aufhören, tatsächlich hat es den ganzen Tag geregnet. Der erste Teil unserer Wanderung führt uns durch Felder nach Bucholz. Dort gehen wir durch die Stadt, nicht so spannend … danach wird es schön, wir gehen durch die Höllenschlucht vorbei am Brunsberg mit stattlichen 129m in Richtung Holm-Seppensen. Hier kenne ich mich ein wenig aus, ich habe hier schon einen Ausritt auf Islandpferden gemacht und war ab und zu wandern im Büsenbachtal. Da es so regnet möchte ich in den Schafstall, ein wirklich nettes Kaffee und mache dafür einen 3 km Umweg. Freudig komme ich am Schafstall an, endlich eine trockene, warme Station – aber … es ist der 1. Mai und es ist brechend voll mit Gästen die Brunchen – kein Platz für mich und die Hunde. Nun bin ich echt frustriert, da baue ich einen Schlenker ein und alles umsonst. Entlang der Heidebahnstrecke gehe ich nach Handeloh. Dort gehe ich direkt ins erste Restaurant, eine Grieche. Ich bin der einzige Gast, schon komisch, wo es im Schafstall so voll war. Das Essen ist sehr lecker, ein Ouzo gibt mir den Schwung für die zweite Hälfte meiner Wanderung bis nach Wesel. Zunächst durch Wiesen und dann durch einen schönen Auwald entlang der Seeve. Leider hört es nicht auf zu regnen also wandere ich fast ohne Pause durch. Am Ende wird es durch den Umweg unsere längste Etappe mit 33 km. Sie ist um 16.00 Uhr zu Ende, ich freue mich heute unheimlich auf die heiße Dusche. Es war fast Handschuhwetter mit zeitweise unter 10 Grad. Heute konnte ich noch nicht ahnen, dass es der letzte regnerische Tag des Sommers 2018 sein sollte. Tatsächlich habe ich danach nur noch bestes Wetter.
In Wesel komme ich in Pension Hilmershof sehr gut unter. Sehr nette Gastgeber und ein schönes Zimmer. Ich bin einfach nur froh aus dem Regen raus zu sein.

Fischbecker Heide

Hillmershoff

https://www.pension-hillmershoff.de/

Weitsicht vom Wilseder Berg

unordnung bei der Mittagspause

Im Zentrum der Heide

Der nächste Tag bring mich in den Kern der Lüneburger Heide mit der höchsten Erhebung dem Wilseder Berg (169m). Es ist bestes Wetter und wir wandern durch schönstes Heidegebiet, leider blüht im Mai die Heide noch nicht. Vom Wilseder Berg haben wir beste Aussicht, gefühlt bis Hamburg. Hinter Wilsede legen wir eine schöne Mittagsrast ein und ich schmeiße das erste Mal meine Kochen an, den ich Probehalber mitgenommen habe. Es gibt Suppe und anschließend noch eine Kaffee.

Bis zum Haverbeckshof ist es nicht mehr weit. Ich stelle ich fest, dass die Hunde und ich durchaus länger unterwegs sein könnten, schon am frühen Nachmittag haben wir unser Tagesziel erreicht. Zwei Stunden,also 8-10 km wären gut noch drin gewesen. So genieße ich die Sonne auf der Terrasse bei einem leckeren Essen. https://www.haverbeckhof.de/

Retro Charme im Hotel

Heute treffe ich das erste Mal Mitwanderer zwei Herren und einen Belgier. Die mich überholen, dann aber auf einen anderen Weg abbiegen, der aus meiner Sicht weniger schön ist. Nun wo es wärmer wird, gebe ich den Hunden zwischendurch immer wieder etwas zu trinken. Die wollen allerdings meist nicht, so lerne ich, dass ich auf Wanderungen nicht so besorgt sein muss. Die Hunde brauchen gar nicht so viel wie ich dachte. Tatsächlich sind sie ausgesprochen munter und genießen unsere Tour sichtlich. Da die Lüneburger Heide ein Naturschutzgebiet ist, sind die beiden die ganze Zeit an der Schleppleine, das stört sie aber nicht, da wir den ganzen Tag unterwegs sind. In Richtung Bispingen kreuzen wir erneut eine Autobahn und sehen den Snowdome von außen, dann geht es am Seeufer des Brunausees nach Bispingen. Dort gibt es für mich ein großen Eisbecher, die Hunde müssen zu gucken. Auch heute bin ich rechtzeitig am Tagesziel dem Hotel Bockelmann. Hier habe ich ein einfaches Zimmer gebucht. Und ich muss sagen das Badezimmer war beeindruckend retro, sehr klein und unheimlich schlecht ausgebaut, mit an die Wände geklebtem PVC, richtiger Murks – nun ja, dafür war das Bett groß und das Frühstück sehr gut.
http://www.hotel-bockelmann.de/

Brunausee

Am Ziel

Nun ist es schon die letzte Etappe, schade, dass ich nicht mehr Zeit habe. Ich treffe die Wanderer von gestern wieder, die ganz überrascht sind, dass ich schon vor ihnen auf der Strecke bin. Der Belgier erzählt, dass er jedes Jahr einen Langstreckenwanderweg in Europa läuft. Eine gute Idee . Ich glaube das möchte ich auch!

Die Strecke heute ist abwechslungsreich, vor allem nachdem wir die A7 hinter uns gelassen haben. Acker, Wald, Heide, Flüsse und kleine Seen wechseln sich ab. Am Heidepark kann ich die hohen Attraktionen sehen. Unser Etappenziel ist der Bahnhof Soltau Nord, wo wir mit der Erixx-Heidebahn zurück nach Hamburg fahren.

Für die Hunde war es die erste Bahnfahrt, sie haben es inklusive Umsteigen in Buchholz und Harburg sehr gut mitgemacht. Die Heide wird mich sicher wieder sehen. Vielleicht wandere ich das nächste Mal über die Heide ins Wendland bis an die Ostsee.

Links

Tipps

  • Der Heidschnuckenweg ist gut zu erreichen mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. Über die ERIXX Bahnlinie sind viele Orte an Hamburg angeschlossen.
  • Es gibt viele Unterkünfte, daher kann man sich die Etappen individuell nach eigenem Leistungsvermögen einteilen.
  • Im August blüht die Heide, dann ist Hochsaison.
  • Bei einer Wanderung mit Hund vorreservieren. Man zahlt zwischen 5-10 Euro pro Hund und Nacht.
  • Im Naturschutzgebet müssen die Hunde ganzjährig an die Leine, Zelten, offenes Feuer etc. ist nicht erlaubt.
  • Hier habe ich allgemeine Infos zur Ausrüstung etc. Zusammengefasst: https://www.pferdefrauen.de/wandern-mit-hund/