

Hier ein paar Impressionen und Information im Video
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Mehr InformationenEin tolles Erlebnis! Bester Boden, endlose Weite, keine Fliegen und Bremsen – viel Spaß!
Für dieses Erlebnis lohnt sich eine Anreise mit dem Pferdeanhänger von bis zu 2 Stunden, oder man macht eine Woche oder ein Wochenende daraus. Es gibt zahlreiche Anbieter an Unterkünften für Pferd und Reiter. Dritte Alternative, man schließt sich einem Tagesritt vor Ort an, auch hier gibt es einige Anbieter, die sichere Pferde zur Verfügung stellen. Begleitende Nichtreiter können den Wattwagen nehmen.
Auf Neuwerk gibt es diverse Übernachtungsmöglichkeiten für Pferd und Reiter, wenn man einen Tag länger bleiben möchte und erst in der nächsten Tide zurück reiten will.
Anreise
Von Sahlenburg und Duhnen gibt es mit Stackbusch markierte Wege durch das Watt nach Neuwerk, so dass man sich gut orientieren kann. Im Sommer sind die Wege gut begangen und auch die Wattwagen fahren dort, so dass man sich nicht verreiten kann.
In Duhnen kann man nicht gut parken mit dem Pferdeanhänger, daher empfehle ich Sahlenburg. Dort gibt es einen Parkplatz der für Gespanne ausgewiesen ist (Navi-> Hans-Retzlaff-Straße). Rechts kommen zunächst PKW-Stellplätz, ein paar Meter weiter liegt der Anhänger-Parkplatz auf der linken Seite. Tagesticket 4 € Nebensaison; 8€ Hauptsaison das Parken für mehrere Tage ist dort möglich (2025).
Von dort reitet ihr den Weg zurück und am Ende links, dann sind es noch ca. 100 m bis zum Watt.
Stackbusch markiert den Weg

Ebbe und Flut
Am wichtigsten ist der Tidenkalender. Das heißt wir müssen schauen wann Hochwasser und wann Niedrigwasser ist. Dafür kann man im Internet schauen, Cuxhaven hat auch einen eigenen Kalender für Wattwanderzeiten, da wir mit dem Pferd schneller als die Fußgänger unterwegs sind, können wir hier etwas abweichen.
Ich rechne so, dass ich ca. zwei Stunden vor Niedrigwasser am Parkplatz bin, so startet man etwa zeitgleich mit den Wattwagen. Die Zeiten für das Reiten im Watt sind nach meiner Erfahrung 2 Stunden vor und 2 Stunden nach Niedrigwasser.
Ausrüstung
„You will get wet“ – in einer Gruppe bleibt nur der Tetenreiter verschont von Wasser- und Schlammspritzern, in den Prielen kann man sich nasse Füße holen.
Das heißt, nehmt nicht die besten Klamotten und lasst die neue Schibbi-Schabbi zu Hause. Das Lederzeug der Pferde sollte zum Schutz vorher gefettet werden. Achtung, macht euren Sattel aber nicht zu schmierig, das kann in Verbindung mit Wasser sehr rutschig werden. Wer einmal auf einem „seifigen“ Sattel gesessen hat, möchte das Erlebnis bestimmt nicht im Watt haben.
Beinschutz – Bandagen auf keinen Fall, diese könnten im Wasser locker werden. Gamaschen gehen. Bitte bedenkt, durch Wasser, Sand, Wattboden kann Dreck unter die Gamaschen kommen und scheuern. Ich würde die Beine „nackt“ lassen, wenn man kein Pferd hat, dass sich streift. Das Wasser kühlt die Beine sehr schön.
Stiefel – am besten Kniehoch, oder man akzeptiert nasse Füße und Beine, denn in den Prielen kann das Wasser den Pferden schon mal bis zum Bauch gehen.
Halfter unter der Trense (oder Wanderreittrense) → auf Neuwerk besteht die Möglichkeit die Pferde anzubinden. Den Strick befestigt man am Hals, oder bindet ihn um den eigenen Bauch.
Satteltasche – nur wenn man auf Neuwerk einen längeren Aufenthalt geplant hat, z.B. früh morgens in der ersten Tide hin, am späten Nachmittag in der 2. Tide zurück, dann lohnt es sich Sachen für ein Picknick einzupacken. Oder für eine Zwischenübernachtung auf Neuwerk (Gepäck wird hier bei Bedarf auch transportiert). Ansonsten braucht man für die Strecke nichts, Handy und Geld etc. sollte man am Körper tragen (Jacke, Bauchtasche), Getränke kann man auf Neuwerk kaufen.
Handtücher am Auto dabei haben, um sich am Ende zu säubern und Ersatzkleidung falls man nass geworden ist.
Ich habe eine Anreise von ca. einer Stunde nach Sahlenburg und habe immer einen Wasserkanister mitgenommen, weil ich dachte, dass das Pferd nach dem Ritt auf jeden Fall Durst hat, allerdings hat keines meiner Pferde bisher vor Ort gesoffen, erst wieder zu Hause. (Ich mache das seit über 20 Jahren, wenn es geht mind. einmal im Jahr).
Ablaufend Wasser, Richtung Sahlenburger Loch

Der Boden ist meist fest aber nass daher gibt es Dreckspritzer. Beinschutz – siehe links 😉

Ritt am Abend

Wattwagen überragen die Pferde, damit die Füße der Gäste in den Prielen nicht nass werden.

Wattwagen, man kann an deren Höhe sehen, wie hoch das Wasser in den Prielen stehen kann

es kann schon mal tiefer werden

auf nach Neuwerk

geführte Tour auf „Leihpferden“

Der Ritt
Die Strecke beträgt ca. 12 km von Sahlenburg nach Neuwerk. D.h hin und zurück 24 km, das scheint lang, aber da die Strecke flach ist und man in der Regel einige längere Galoppstrecken einbaut hat man das in einer bis 1,5 Stunden pro Strecke geschafft.
Die Pferde sollte normal im Training sein, wenn man regelmäßig reitet braucht man dafür nicht gesondert trainieren.
Die ersten 100m muss man an der Straße reiten mit vielen Fußgängern und wahrscheinlich den Wattwagen, die jetzt ebenfalls starten. Hier reagieren einige Pferde nervös, im Zweifel führt man und steigt dann erst am Anfang des Wattes auf. Man reitet ca. 50 m über den Strand und ist dann schon im Watt.
In der Regel gehen die Pferde problemlos ins Watt. Die erste Hürde ist das Sahlenburger Loch, eine relativ tiefer Priel, bei dem das Wasser ca. 1-2 Stunden vor Niedrigwasser den Pferden ungefähr bis zum Bauch reicht, bei Ponys entsprechend höher. Der Priel ist mit groben Steinen (Bahnschotter) befestigt, daher gehen unbeschlagene Pferde hier manchmal etwas vorsichtig, es sind aber nur ein paar Meter. Manche Pferde haben Angst davor, ins bewegte Wasser zu gehen, mit Glück kann man sich erfahrenen Pferden anschließen. Vorsicht – Wasserratten schmeißen sich gerne in die Fluten – das ist dann nicht schön, wenn man mitbaden muss 😉 .
Wichtig ist, insbesondere zur linken Seite (Blick Neuwerk) nicht zu weit nach Links abzudriften, den dort gibt es eine Stufe und die Pferde könnten fallen. Am besten rechts von den Markierpfählen bleiben.
Der Weg durch das folgende Duhner Loch wurde verlegt. In den letzten Jahren war es immer tiefer geworden, nun ist es gut zu reiten und man bemerkt es kaum.
Nun gibt es nur noch flache Wasserstellen und man kann etwas flotter als die Kutschen reiten, damit man vor ihnen auf Neuwerk ist, so erspart man sich Warteschlangen vorm Kiosk.
Für den Rückweg startet man mit den Kutschen und versucht dann vor ihnen zu reiten oder man startet etwas (ca. 15 Minuten) nach den Kutschen, auch dann hat man genügend Zeit zurück zu reiten. Nun haben wir keine Probleme mehr mit den Prielen, das Wasser ist dort nur noch knöchelhoch.
Sicherheit
Sicherheit und vorausschauendes Handeln ist super wichtig im Watt, da Fehler durchaus tödliche Folgen haben können.
→ niemals bei Nebel ins Watt, man verliert zu leicht die Orientierung. Auch nicht, wenn man nur parallel zur Küste reiten will. Manchmal kommt unerwartet Seenebel auf, dann direkt umkehren, am besten am Stackbusch und den eigenen Spuren orientieren.
→ niemals bei Gewitter ins Watt
→ ebenso nicht bei Sturm, es ist nicht nur unangenehm zu reiten, weil man keinen Windschutz hat, die Tiden verhalten sich auch anders, manchmal läuft das Wasser weniger ab oder schneller wieder auf.
→ bei starkem auflandigem Wind und Vollmond läuft das Wasser wesentlich schneller auf, daher nicht zu diesen Zeiten reiten, oder nur mit kurzem Aufenthalt auf Neuwerk.
→ Auf dem Weg nach Neuwerk bleiben, kommt man zu weit davon ab, kann man in schlickige Stellen kommen, dort können die Pferde nicht gut laufen, oder man kommt auf Muschlebänke, dort können die Pferde sich an Strahl oder Ballen verletzen (in der Regel passiert nichts, es ist aber möglich).
→ gut eincremen, da die Sonne im Watt sehr stark einwirkt.
→ Immer ein Handy (wasserfest verpackt) dabei haben, für Notfälle oder zur Orientierung, falls zB. unerwartet Nebel aufkommt.
Was sonst noch gut zu wissen ist
Kurtaxe – muss man nicht zahlen wenn man nach Neuwerk reitet, das dies ein öffentlicher Weg ist. Wenn man nur Parallel am Strand reiten will, fällt Kuraxe an (3 €)
Reiten an den Stränden ist verboten, im Watt ist eine Abstand von 500 m zum Strand einzuhalten. Es gibt neben dem direkten Zugang zum Weg nach Neuwerk in Sahlenburg einen weiteren Wattzugang für Reiter. Dieser hat eine schlickige Stelle am Anfang (ein paar Meter), danach wird der Boden wieder fest.
Hunde dürfen im Watt mitgeführt werden, an den Stränden nur in ausgewiesenen Zonen
Essen und Trinken: Wenn man nach dem Ritt die Pferde auf dem Anhänger verstaut hat, fährt man entweder zurück, oder wenn die Pferde entspannt auf dem Hänger stehen, kann man noch in den Ort gehen (am besten dem Straßenverlauf vom Anhänger-Parkplatz aus weiter folgen am Ende dann rechts gehen, so kommt man in den Ort mit Restaurants und Geschäften) – bitte die Pferde nicht bei heißem Sommerwetter im Hänger schwitzen lassen!
Jahreszeiten → mein Vorschlag Frühling bis Herbst, die Tage sind länger und das Wetter ist besser, Reiten im Watt macht bei schönem Wetter einfach mehr Spaß! Und im Hochsommer haben wir dort keine Bremsen und anderes Kribbezeug.
Reiten im Watt und in der Umgebung: Nicht nur das Watt ist toll sondern auch die Küstenheide, der Wernerwald und das Umland. Es gibt ein gut ausgebautes Reitwegenetz. Hier muss man eine Reitvignette kaufen: Es gibt eine digitale 1-Tagesreitvignette 5 EUR, eine 3-Tagesreitvignette 8 EUR (sowohl digital als auch als Karte), 2-Wochenreitvignette für 20 EUR (nur als Karte) und Jahresreitvignetten für 75 EUR (nur als Karte).(Stand 2025).
Infos zu Unterkünften, Reitbetrieben, Wattwagen, Wattwanderzeiten, Verkaufsstellen der Reitvignetten, gibt es auf der Seite des Touristikverbandes Cuxhaven (klickt hier).
